Im Blickpunkt

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Abbildung 15

Im Jahr 2025 arbeiteten in Nordrhein-Westfalen rund 1,47 Mio. der insgesamt 7,65 Mio. Kernerwerbstätigen in ihrer Haupttätigkeit in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis. Dies entspricht, wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt auf Basis von Erstergebnissen des Mikrozensus 2025 in einer PM vom 10.8.2026 weiter mitteilt, einer Quote atypisch Beschäftigter von 19,2 %. Das Niveau blieb im Vergleich zum Vorjahr (19,1 %) stabil. Als Kernerwerbstätige wurden Erwerbstätige im Alter von 15 bis 64 Jahren zugrunde gelegt, die sich nicht in Schule oder Studium, Ausbildung oder einem Freiwilligendienst befinden. Zur atypischen Beschäftigung zählen laut der Erhebung Teilzeitjobs mit bis zu 20 Wochenstunden, befristete oder geringfügige Beschäftigungsverhältnisse sowie Zeitarbeit. Frauen sind nach den Zahlen häufiger atypisch beschäftigt als Männer: Während die Quote bei den männlichen Kernerwerbstätigen in NRW im Jahr 2025 bei 11,7 % lag, fiel sie bei den Frauen mit 27,6 % mehr als doppelt so hoch aus. Ausschlaggebend hierfür sei vor allem der hohe Teilzeitanteil: 21,3 % der erwerbstätigen Frauen arbeiteten 2025 maximal 20 Stunden pro Woche (Männer: 4,2 %). Zudem waren Frauen mit 7,9 % öfter geringfügig beschäftigt als Männer (2,8 %). Auch der Start ins Berufsleben sei oft von atypischer Beschäftigung geprägt. In der Altersgruppe der unter 25-Jährigen betraf dies mit 34,2 % gut ein Drittel der Kernerwerbstätigen. Das Bildungsniveau beeinflusse das Risiko für atypische Beschäftigung stark. Im Jahr 2025 war mehr als jede dritte kernerwerbstätige Person mit niedrigem Bildungsabschluss (35,2 %) atypisch beschäftigt. Bei Personen mit mittlerer Qualifikation lag dieser Anteil bei 18,2 %. Hochqualifizierte waren mit 14,3 % am seltensten in solchen Arbeitsverhältnissen tätig.

Prof. Dr. Christian Pelke, Ressortleiter Arbeitsrecht

BB 2026, 1907