Im Blickpunkt

Im Blickpunkt

Abbildung 10

Der deutsche Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsmarkt (WP) stabilisiert sich gemäß einer PM des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Lünendonk & Hossenfelder vom 20.8.2026 nach Jahren starken Wachstums auf weiterhin hohem Niveau. Nach dem Rekordjahr 2023 mit einem Plus von 8,8 % und einem weiteren starken Jahr 2024 mit 7,6 % habe das Marktvolumen 2025 um 6,1 % auf 22,6 Mrd. Euro zugelegt. Für 2026 erwarteten die Gesellschaften einen weiteren Zuwachs von 5,7 %. Gleichzeitig verändere Künstliche Intelligenz (KI) die Branche grundlegend; 59 % der befragten Unternehmen berichteten, dass Mandanten digitale Anwendungen inzwischen als selbstverständlichen Standard erwarten. Durchschnittlich 3,1 % ihres Umsatzes investierten die Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften in Digitalisierung – bei den Top 25 seien es sogar 3,5 %. Bemerkenswert sei dabei die Gewichtung: 41,1 % der Digitalisierungsbudgets flössen bereits direkt in KI, bei den Top 25 seien es sogar 45,0 %. Doch die Frage der Monetarisierung bleibe offen. 62 % der befragten Gesellschaften gäben an, dass KI-Effizienzgewinne bislang intern verblieben und zur Preisstabilität genutzt würden. 57 % berichteten, dass der zunehmende KI-Einsatz bisher keine konkreten Auswirkungen auf ihre Preisgestaltung gehabt habe und nur 10 % hätten Preissteigerungen durch bessere Ergebnisqualität und Effizienz am Markt durchsetzen können. Das klassische Partnermodell gerate zunehmend unter demografischen, ökonomischen und technologischen Druck. Hohe Einstiegskosten und veränderte Karrierevorstellungen jüngerer Generationen erschwerten die Nachfolge in den Partnerschaften. Dabei fehle es nicht nur an geeigneten Kandidaten, sondern zunehmend auch an der Bereitschaft, sich mit einer hohen unternehmerischen Investition langfristig an eine Gesellschaft zu binden. 61 % der Kanzleien planten daher flexiblere Beteiligungsmodelle. Zugleich seien eine leistungsabhängige Vergütung und attraktivere Exit- und Nachfolgeregelungen geplant. Die Studie “Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften in Deutschland” ist für 2 500 Euro zzgl. MwSt. unter www.luenendonk.de erhältlich. – In BB 37 beschäftigen sich Köhler/Ratzinger-Sakel mit aktuellen Entwicklungen auf dem WP-Markt in Deutschland.

Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft

BB 2026, 2025