Im Blickpunkt
Was der Chef kann, kann eine KI schon lange? Davon sind drei von zehn Beschäftigten in Deutschland laut einer Befragung im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom überzeugt (PM vom 11.5.2026). 29 % halten ihre Vorgesetzten durch eine KI für ersetzbar. Dabei sagt fast ein Viertel (23 %) auch, dass die eigene Tätigkeit durch eine KI weitgehend ersetzbar sei. 22 % meinen, dass in ihrem Unternehmen heute bereits Stellen nicht mehr nachbesetzt oder sogar abgebaut werden, weil eine KI entsprechende Aufgaben übernimmt. Das sind Ergebnisse einer nach Angabe repräsentativen Befragung von 1 003 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, darunter 550 Erwerbstätige. “Aufgrund der demografischen Entwicklung wird es in Deutschland in den kommenden Jahren mehr Arbeit als Arbeitskräfte geben. KI wird eine Antwort auf die sich abzeichnende Arbeitskräftelücke sein”, so Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. “Unternehmen und Politik müssen die Gesellschaft auf die neue KI-gestützte Arbeitswelt vorbereiten, Menschen gezielt qualifizieren und transparent machen, welche Aufgaben sich verändern.” KI hat gemäß der Ergebnisse aus der Befragung bereits Einzug in den Arbeitsalltag vieler Menschen gehalten. 38 % der Erwerbstätigen erhalten durch ihren Arbeitgeber Zugriff auf KI-Anwendungen, und 27 % nutzen diese auch aktiv. Weitere 11 % haben zwar Zugang zu KI, machen davon aber bislang keinen Gebrauch. Auf der anderen Seite gibt es für 31 % der Beschäftigten kein Angebot an KI-Werkzeugen. Weitere 26 % der Erwerbstätigen gehen davon aus, dass ihr Arbeitgeber keine KI bereitstellt, sind sich bei dieser Einschätzung allerdings unsicher. 4 % wollen oder können keine Angaben machen, so die weiteren Erkenntnisse aus der Befragung.
Prof. Dr. Christian Pelke, Ressortleiter Arbeitsrecht
BB 2026, 1203
