Im Blickpunkt

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Abbildung 11

Die weltweiten Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) steigen gemäß einer PM der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY vom 12.5.2026 weiter – getrieben vor allem von den großen US-Technologiekonzernen. Allein die sog. “Big Five” Alphabet, Apple, Microsoft, Amazon und Meta hätten ihre F&E-Investitionen im vergangenen Jahr um fast 46 Mrd. Euro – ein Plus von 21 % – erhöht. Zum Vergleich: Die 31 deutschen Unternehmen im Top-500-Ranking hätten ihre F&E-Ausgaben lediglich um 3 % bzw. 2,8 Mrd. Euro auf insgesamt 83,3 Mrd. Euro erhöht. Eine Folge des Investitionsbooms bei den US-Technologieunternehmen sei, dass der Abstand zwischen den USA und Europa immer größer werde. Während die US-Unternehmen ihre F&E-Budgets im vergangenen Jahr um 11 % ausweiteten, habe das Plus bei europäischen Unternehmen lediglich 5 %, bei deutschen sogar nur 3 % betragen. Asiatische Unternehmen hätten ihre Ausgaben um 9 % gesteigert. Auch bei der F&E-Quote – also dem Anteil der Forschungs- und Entwicklungsausgaben am Umsatz – lägen die US-Konzerne deutlich vorn: Sie investierten durchschnittlich 9,2 % ihres Umsatzes in F&E, europäische Unternehmen 6,7 % und asiatische 4,7 %. Und: Von den größten F&E-Investoren der Welt hätten sieben ihren Sitz in den USA, zwei in Europa und eins in Asien. Volkswagen sei wie im Vorjahr der größte F&E-Investor Europas und belege im globalen Ranking erneut den siebten Rang. Das seien Ergebnisse einer unter www.ey.com abrufbaren Studie von EY, für die die 500 börsennotierten Unternehmen mit den größten F&E-Budgets weltweit untersucht worden seien. “Vor allem der KI-Boom treibt die Forschungsausgaben der Technologieunternehmen auf immer neue Rekordhöhen”, so Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY. “Selbst eine schwache Weltkonjunktur und hohe geopolitische Risiken bremsen diese Entwicklung bislang kaum.” Abseits der Tech Giganten zeige sich jedoch ein differenzierteres Bild. So hätten 33 % der US-Unternehmen im Ranking im vergangenen Jahr ihre F&E Ausgaben reduziert. In Europa seien die Investitionen bei 35 % der Unternehmen, in Asien lediglich bei 30 % geschrumpft.

Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft

BB 2026, 1192