Im Blickpunkt
“Die größte Herausforderung für die mittelständischen Unternehmen bleibt aus Sicht von Wirtschaftsverbänden, Wissenschaft und Wirtschaftspolitik die Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit”, heißt es in einer PM des IfM Bonn vom 9.6.2026. Dies sei das Ergebnis einer Befragung von Experten des IfM Bonn, die zwischen Ende Februar und Ende März 2026 stattgefunden habe. Bereits bei der letztmaligen Befragung 2020 hätte sich die Herausforderung “Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit” an erster Stelle befunden. Allerdings hätten die Unternehmen zu diesem Zeitpunkt insbesondere vor der Aufgabe gestanden, die wirtschaftlichen Folgen der Covid 19-Pandemie abzufangen. Auf den Plätzen zwei und drei folgten im aktuellen Ranking der wichtigsten Herausforderungen der Bürokratierückbau und der Fachkräftemangel, wobei zunehmend Mitarbeiter sowohl mit entsprechenden Qualifikationen als auch mit digitalen Kenntnissen gesucht würden. Als deutlich weniger relevant sähen die Experten inzwischen Themen wie “Grüne Transformation gestalten”, “Arbeit zukunftsfähig gestalten”, “Finanzierung sichern”, “Unternehmensbestand weiterentwickeln” und “Internationale Beziehungen gestalten” an. “Die aktuelle Befragung zeigt, dass die Expertinnen und Experten die Herausforderung ‘Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit’ vor allem mit einer Steigerung der Arbeitsproduktivität sowie mit immer kürzer und komplexer werdenden Innovationszyklen verbinden”, berichte Studienleiterin Dr. Annette Icks. Als grundlegende Voraussetzung hierfür würden von den Befragten Digitalisierung und Künstliche Intelligenz gewertet: Gleichwohl blieben die digitalen Technologien mit Risiken wie Cyberangriffen und der Abhängigkeit von externen Anbietern verbunden, was die Unternehmen und die Wirtschaftspolitik nach Ansicht der Experten im Blick behalten sollten. Eine weitere wichtige Herausforderung stelle die Energie- und Rohstoffversorgung dar. Aus Sicht der Befragten benötigten die mittelständischen Unternehmen vor allem Planungssicherheit hinsichtlich der Energieversorgung. Ab Beginn des USA-Iran-Kriegs hätten zudem mehr Experten die Handlungsfelder “Energie effizient nutzen” und “Auf erneuerbare Energien umsteigen” in der Befragung als bedeutsam eingeschätzt. Die gesamte Studie ist unter www.ifm-bonn.org abrufbar.
Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft
BB 2026, 1513
