Im Blickpunkt

Im Blickpunkt

Abbildung 11

In Deutschland haben im vergangenen Jahr gemäß einer PM der Wirtschaftsauskunftei Creditreform vom 18.8.2026 so viele Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit eingestellt wie seit fast 20 Jahren nicht mehr. Das gehe aus einer gemeinsamen Untersuchung von Creditreform und dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim hervor. Demnach seien im Jahr 2025 bundesweit rund 188 000 Unternehmen geschlossen worden (gegenüber 2025 +10 %), davon 11 000 Industrieunternehmen (+10 %), 11 000 Betriebe im Gesundheitswesen (+12 %), 24 000 Bauunternehmen (+12 %) und 15 000 Gaststätten und Beherbergungsunternehmen (+15 %). “Die Krisendynamik frisst sich mittlerweile durch die gesamte Breite der Wirtschaft. Die Zahl der Marktaustritte steigt deutlich an. Große Unternehmen und Konzerne beherrschen derzeit die Nachrichten. Die Zahl an kleinen und mittleren Unternehmen, die leise verschwinden, ist aber ist um ein Vielfaches größer”, so Patrik-Ludwig Hantzsch, Pressesprecher von Creditreform in Neuss. Hantzsch berichte weiter, dass mittlerweile auch Unternehmen mit guter oder zumindest mittlerer Bonität schließen müssen. “Anders als in früheren Jahren beenden nun auch eigentlich gesunde Firmen ihre Geschäftstätigkeit. Das geht zunehmend an die Substanz des Landes.” Dieser Trend sei nicht allein auf Finanzierungsschwierigkeiten zurückzuführen. Vielmehr sei es ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren: technologischer Wandel, zunehmender Wettbewerbsdruck und Arbeitskräftemangel. Als weiteren Grund für die steigende Zahl der Firmenschließungen nenne die Untersuchung die demografische Entwicklung. “Immer mehr Betriebe schließen, weil Firmeninhaber in den Ruhestand gehen und keinen Nachfolger finden. Fast ein Drittel aller freiwilligen Schließungen erfolgt mittlerweile aus Altersgründen – deutlich mehr als noch vor 10 oder 15 Jahren”, so Dr. Sandra Gottschalk, Senior Researcher beim ZEW Mannheim. Gottschalk weiter: “Die Mehrzahl der Geschäftsaufgaben, etwa 87 Prozent, erfolgt dabei ohne Insolvenzverfahren und nahezu geräuschlos. Lediglich rund 13 Prozent der im Jahr 2025 erfassten Unternehmensschließungen gehen auf ein Insolvenzverfahren zurück.” Die komplette PM sowie den Report finden Sie unter www.creditreform.de.

Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft

BB 2026, 1961