Im Blickpunkt
Wie entwickeln sich die Kosten im Bereich Human Resources (HR) in wirtschaftlich angespannten Zeiten? Wo liegen die größten Kostentreiber – und welche Rolle spielen Produktivität, Technologie und Organisation? Mit diesen Fragen befasst sich die HR-Kostenstudie 2025, die die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e. V. (DGFP) gemeinsam mit der Personal- und Managementberatung Kienbaum veröffentlicht hat (PM vom 5.2.2026). Die Ergebnisse liefern demnach “wertvolle Einblicke in die aktuellen Ausgabenmuster und Effizienzpotenziale im Personalwesen”. Ziel der Studie sei es, einen Überblick über die Kostenstrukturen und -entwicklungen in der HR-Funktion deutscher Unternehmen zu geben. Die Ergebnisse basieren auf Angaben von rd. 200 teilnehmenden Organisationen und beziehen sich primär auf die Jahre 2024 und 2025 sowie auf Planungsaussagen für das Jahr 2026, so die Mitteilung. Die wichtigsten Erkenntnisse seien dabei, dass der Anteil der HR-Kosten an den gesamten Unternehmenskosten – trotz Kostendruck – weitgehend konstant bleibe, wobei der größte Teil der Kosten weiterhin auf Personalvollkosten entfalle. Prozessoptimierungen, Zentralisierung und Technologieeinsatz verbesserten zwar die Arbeitsweise, führten aber selten zu einer spürbaren Reduktion von Kosten. Laufende HR-Operations stellen danach den größten Kostenblock dar. Gestaltende und strategische Themen wie Workforce Planning oder Organisationsentwicklung seien vergleichsweise geringer finanziert. Ferner konzentrierten sich Investitionen in HR-Technologie überwiegend auf transaktionale Kernprozesse. Das Potenzial von KI zur Produktivitätssteigerung werde bislang nur punktuell ausgeschöpft. Für das Jahr 2026 rechneten viele Unternehmen mit stabilen oder steigenden HR-Kosten. Effizienz soll vor allem über Prozesse, HR-Tech und Automatisierung entstehen. “Die Studie macht deutlich, dass HR aktuell insbesondere über zusätzliche Kapazitäten skaliert”, sagt Kai H. Helfritz, Leiter Mitglieder & Kooperationen der DGFP und ergänzt “Eine Investition in HR-IT, KI oder andere Automatisierung lohnt sich trotzdem, weil Effizienzen und Qualität optimierbar sind.” ”Transformation ohne Substitution führt selten zu sinkenden Kosten”, betont Prof. Dr. Walter Jochmann, Managing Director und Partner bei Kienbaum. “Produktivitätsgewinne müssen messbar sein und sich auch in der Kostenstruktur widerspiegeln – sonst bleibt ihr Effekt begrenzt.” Danach wird die Kostensteuerung unter Berücksichtigung der vorgenannten Erkenntnisse zur strategischen HR-Aufgabe.
Prof. Dr. Christian Pelke, Ressortleiter Arbeitsrecht
BB 2026, 435
