Im Blickpunkt

Im Blickpunkt

Abbildung 13

Knapp die Hälfte (49 %) aller Beschäftigten in Deutschland waren im Jahr 2025 in einem tarifgebundenen Betrieb beschäftigt, so die PM Nr. 097 des Statistischen Bundesamts (Destatis) vom 20.3.2026. Damit blieb die Tarifbindung im Vergleich zu den Vorjahren konstant. Die Tarifbindung weist hierbei den Anteil der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben (Anwendung eines Branchen- oder Firmentarifvertrags) an allen Beschäftigten (Gesamtbeschäftigung) aus. Laut Destatis bestanden auch im Jahr 2025 deutliche Unterschiede zwischen den Branchen: Die höchste Tarifbindung gab es im Wirtschaftsabschnitt “Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung” mit 100 %. Es folgten die Abschnitte “Energieversorgung” (84 %), “Erziehung und Unterricht” (79 %) und “Finanz- und Versicherungsdienstleistungen” (68 %). Die Wirtschaftsabschnitte mit der geringsten Tarifbindung im Jahr 2025 waren “Land- und Forstwirtschaft, Fischerei” (10 %), “Kunst, Unterhaltung und Erholung” (21 %), “Grundstücks- und Wohnungswesen” (21 %) sowie “Gastgewerbe” und “Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen” (jeweils 23 %). Im Vergleich zum Vorjahr veränderte sich die Tarifbindung in den Branchen damit kaum. Im Bundesländer-Vergleich war die Tarifbindung in Bremen (56 %), im Saarland (52 %) und in Nordrhein-Westfalen (51 %) am höchsten. Die geringste Tarifbindung wiesen Sachsen (42 %), Berlin (45 %) und Schleswig-Holstein (46 %) aus.

Prof. Dr. Christian Pelke, Ressortleiter Arbeitsrecht

BB 2026, 819