Im Blickpunkt
Viele Unternehmen in Deutschland sind gemäß einer PM der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG vom 11.2.2026 auf sicherheitsrelevante Krisenlagen nur unzureichend vorbereitet, obwohl sie deren Bedeutung mehrheitlich klar erkennen: 62 % der Firmen stuften das Thema gesamtstaatliche Verteidigung als relevant für ihr Unternehmen ein. Gleichzeitig zeigten sich deutliche strategische und organisatorische Lücken: Nur 27 % verfügten über klar definierte geopolitische Krisenszenarien, 36 % hätten keine feste Ansprechperson oder zuständige Einheit. Das gehe aus der Studie “Gesamtstaatliche Verteidigung im Wandel” von KPMG in Deutschland hervor, für die rund 350 deutsche Führungskräfte aus zwölf Branchen befragt worden seien. Zwar verfügten 88 % der Unternehmen über ein formales Krisen- oder Notfallmanagement. In der Praxis werde es jedoch häufig zu selten überprüft: 42 % aktualisierten ihre Konzepte nur einmal im Jahr oder noch seltener. Operative Resilienz-Maßnahmen blieben vielfach begrenzt. Nur ein Teil der Unternehmen (39 %) habe belastbare Notfallpläne, physische Schutzmaßnahmen (36 %) oder Cybersicherheitskonzepte (36 %) etabliert. Nur rund ein Drittel (33 %) sensibilisiere und schule die Belegschaft. Die Vorbereitung auf sicherheitsrelevante Krisen variiere dabei stark zwischen den Branchen. Unternehmen aus Energieversorgung, Telekommunikation und digitaler Infrastruktur verfügten vergleichsweise häufiger über definierte Zuständigkeiten und Notfallstrukturen. Deutlich zurückhaltender zeigten sich dagegen Maschinenbau, Gesundheitswesen und Teile der verarbeitenden Industrie. In diesen Sektoren fehlten häufiger belastbare Szenarien, regelmäßige Überprüfungen oder klar verankerte Verantwortlichkeiten. Eine einheitliche Branchenlogik sei nicht erkennbar, vielmehr zeigten sich Unterschiede im organisatorischen Reifegrad. Weitere Informationen sowie die vollständigen Ergebnisse der Studie zum Download finden Sie hier unter https://hub.kpmg.de.
Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft
BB 2026, 489
