Im Blickpunkt

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Abbildung 18

Der Stellenabbau in der deutschen Industrie hält gemäß einer PM des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens EY vom 17.2.2026 an (s. dazu auch die Meldung auf der zweiten Seite dieses Wochenüberblicks): Im Lauf des Jahres 2025 sei die Zahl der Beschäftigten bei Industrieunternehmen in Deutschland um 124 100 bzw. 2,3 % gesunken. Damit habe sich der Negativtrend des Vorjahres fortgesetzt, als bereits 56 000 Jobs gestrichen worden seien. Seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 sei die Zahl der Industriejobs in Deutschland um 266 200 gesunken – ein Rückgang um knapp 5 %. Am massivsten falle der Stellenabbau in der Automobilindustrie aus: Im vergangenen Jahr seien fast 50 000 Auto-Jobs verloren gegangen, seit 2019 sogar 111 000. Damit sei die Zahl der Beschäftigten in dieser Branche im vergangenen Jahr um 6,5 % geschrumpft, seit 2019 sogar um 13 %. Kräftige Einbußen habe es auch in der Textilindustrie mit einem Rückgang um 16 % und der Metallindustrie, wo die Zahl der Stellen seit 2019 um 13 % sank, gegeben. Gegen den allgemeinen Negativtrend sei die Beschäftigung in zwei Industriebranchen seit 2019 gestiegen: In der Chemie- und Pharmaindustrie sowie in der Elektroindustrie habe sich die Zahl der Stellen um 3 bzw. 2 % erhöht. Der Grund für den aktuellen Stellenabbau in der deutschen Industrie sei die schwache Umsatzentwicklung: Im vergangenen Jahr sei der Industrieumsatz um 1,1 % geschrumpft, nachdem er im Vorjahr sogar um 3,5 % gesunken war – nicht inflationsbereinigt. Besonders schwach hätten sich im vergangenen Jahr die Auto-, die Papier- und die Textilindustrie entwickelt mit Umsatzeinbußen von jeweils etwa 3 %. Gestiegen sei hingegen der Jahresumsatz vor allem in der Metallindustrie: um 3 % – allerdings nach erheblichen Umsatzrückgängen in den beiden Vorjahren. Das seien Ergebnisse des aktuellen EY-Industriebarometers. Die Studie analysiere die Umsatz- und Beschäftigungsentwicklung in der deutschen Industrie und wichtigen Industriebranchen. Basis der Analyse seien Rohdaten, die vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht werden. Sie sei unter www.ey.com kostenlos abrufbar.

Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft

BB 2026, 552