Im Blickpunkt
Strategisches Projektportfoliomanagement kann gemäß einer PM des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) vom 20.1.2026 Mittelständlern helfen, Projekte erfolgreicher zu steuern und abzuschließen, wie ein aktuelles BDU-Positionspapier zeige. “Der Fokus beim Projektportfoliomanagement liegt auf dem optimalen Zusammenspiel aller Initiativen zur wirksamen Umsetzung der Unternehmensstrategie”, so Mitautor und Fachverbandsvorstand Christian Buttgereit. Nach Einschätzung der Autoren sähen sich mittelständische Unternehmen einer wachsenden “Projektinflation” gegenüber. “Projekte werden gestartet, ohne dass ihre strategische Relevanz kritisch hinterfragt oder Synergien genutzt werden”, ergänze Mitautor Christoph Adamczyk, ebenfalls Mitglied des Fachverbandes Strategieberatung. “Die Folgen sind ineffiziente Ressourcennutzung, unklare Prioritäten und eine steigende Gefahr, dass das Unternehmen an Agilität und Innovationskraft verliert.” Gerade für den Mittelstand könne dies fatale Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum haben. Für den Erfolg einer Projektportfolioinitiative seien Praxistauglichkeit, eine klare organisatorische Verankerung sowie eine systematische Verknüpfung von Strategie und Projektumsetzung entscheidend. Praxistauglichkeit erfordere den bewussten Verzicht auf Überkomplexität. Unternehmen sollten mit wenigen, verständlichen Bewertungskriterien beginnen, das Portfolio von kritischen Entscheidungen her rückwärts planen und Stakeholder von Anfang an aktiv einbeziehen. Klare organisatorische Verankerung verhindere das häufige Scheitern an unklaren Zuständigkeiten. Das Portfoliomanagement erhalte einen eindeutigen “Eigentümer”, verbindliche Prozesse und werde nahtlos in bestehende Führungsroutinen integriert. Systematische Strategieverknüpfung schließe die kritische Lücke zwischen strategischer Planung und operativer Umsetzung. Dabei flössen nicht nur strategische Vorgaben in die Projektbewertung ein, sondern auch Erkenntnisse aus der Projektrealität zurück in die Strategieentwicklung. “Einfache Prozesse, klare Verantwortung und strategische Anbindung – statt theoretischer Perfektion”, so fasse Mitautor und Fachverbandsmitglied Bert Klingsporn die Erfolgsfaktoren zusammen. – Das Positionspapier ist unter www.bdu.de abrufbar.
Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft
BB 2026, 233
