Im Blickpunkt

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Abbildung 15

Die Handels-, Wirtschafts- und Außenpolitik der seit Anfang 2025 amtierenden US-Regierung trifft gemäß einer PM der KfW vom 15.3.2026 auch den deutschen Mittelstand. 52 % der kleinen und mittleren Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen in die USA unterhalten, berichteten über negative Auswirkungen auf ihr Geschäft. Für 36 % hätten sich bisher keine Änderungen ergeben. Nur rund 7 % hätten vom politischen Kurswechsel in den USA profitiert. Dies dürften insbesondere Unternehmen mit Produktionsstandorten in den USA sowie Unternehmen aus speziellen Branchen wie der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sein. Das seien Ergebnisse einer repräsentativen Sonderbefragung von KfW Research im Januar 2026 unter kleinen und mittleren Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Mio. Euro. Als Konsequenz auf die veränderte Lage gäben viele Mittelständler ihr US-Geschäft auf. So sei der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in die USA zwischen September 2019 und Januar 2026 deutlich von 18,7 auf 11,3 % zurückgegangen. Vor allem aus dem direkten und indirekten Export hätten sich viele Unternehmen zurückgezogen: Im Januar 2026 hätten nur noch 5,8 % der insgesamt 3,9 Mio. deutschen Mittelständler Kunden in den USA gehabt, 2019 seien es noch 7,1 % gewesen und 2025 sogar 8,5 %. Zudem hätten im Januar 2026 lediglich 3,0 % noch Kunden in Deutschland oder anderen Ländern der Europäischen Union gehabt, die wiederum in die USA exportierten – nach 7,4 % im Jahr 2019 und 5,1 % im Jahr 2025. “Die Zollpolitik der US-Regierung belastet den deutschen Mittelstand. Die Unternehmen sind außerdem sehr verunsichert über die künftige Entwicklung der US-Politik. Verschärft wird die Lage durch das Urteil des US-Supreme Courts, der einen großen Teil der Zölle für unwirksam erklärt hat. Die Zurückhaltung deutscher Unternehmen auf dem US-Markt dürfte noch so lange anhalten, bis sie wieder mehr Vertrauen in die amerikanische Wirtschaftspolitik haben”, so Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft

BB 2026, 745