Im Blickpunkt
“Familienunternehmen gelten als krisenfest”, so eine PM des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens PwC vom 2.3.2026. Die 12. Family Business Survey von PwC habe u. a. untersucht, ob das auch für die aktuellen Polykrisen gelte, wie gut sich Familienunternehmen behaupten und wie sie sich strategisch für die Zukunft aufstellen. Die sieben wichtigsten Ergebnisse für Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum: 1. Familienunternehmen in der Krise: Nahezu jedes dritte Unternehmen habe im Jahr 2025 Umsatzeinbrüche verkraften müssen; nur 41 % hätten ein Wachstum verzeichnet. Das seien die schlechtesten Werte seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2002. 2. Hoher Wettbewerbsdruck: Besonders zu schaffen mache den Familienunternehmen der Markt- und Wettbewerbsdruck, etwa durch die Konkurrenz aus China (74 %). Weitere Herausforderungen: die Talentsuche (55 %) sowie die anhaltend hohe Regulierung (34 %). 3. Beim Thema KI überwiegend Lippenbekenntnisse: 71 % sähen die Chancen, die in der digitalen Transformation liegen, 65 % seien es bei (Generativer) Künstlicher Intelligenz (weltweit: 64 % bzw. 61 %). Doch nur 24 % investierten aktiv und bezeichneten sich als Early Adopter. 55 % investierten selektiv und konzentrierten sich auf ihr Kerngeschäft. 4. Bevorzugung von Alleingängen: Zurückhaltung zeichne sich bei Kooperationen und strategischen Partnerschaften ab. Lediglich 46 % sicherten sich auf diese Weise Zugang zu Know-how und neuen Technologien (weltweit 45 %). Ebenso scheuten die Unternehmen den Eintritt in neue Märkte – nur 25 % ließen sich darauf ein (global: 42 %). 5. Expertise von außen gefragt: Familienunternehmen sei aber bewusst, dass sie externe Expertise benötigten. So wollten 39 % die Geschäftsführung um familienexterne Führungskräfte erweitern. Ebenso planten 35 % eine Anpassung in der Besetzung ihrer Beratungs- oder Kontrollgremien, um von mehr Diversität zu profitieren. 6. Nachfolge oft ungeklärt: An der Nachfolgeregelung wollten allerdings nur wenige etwas verändern. 53 % hielten am Zeitplan fest; 34 % hätten gar keinen klaren Nachfolgeplan. 7. Unsicherheit als Hürde für Veränderung: Die deutschsprachigen Familienunternehmen agierten auch deshalb so zögerlich, weil sie unsicher seien, in welche Richtung sich die Wirtschaft und die Märkte entwickeln werden (51 %). Weitere Hürden seien der Mangel an technischem Wissen und finanzielle Zwänge.
Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft
BB 2026, 617
