Im Blickpunkt

Im Blickpunkt

Abbildung 8

In den Familienunternehmen in Deutschland herrscht gemäß einer PM des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn vom 29.1.2026 überwiegend Konsens darüber, dass es der ökologischen Transformation bedarf. Aktuell stelle sich jedoch aus Sicht des Mittelstands die Frage, wie die Unternehmen diese erreichen und trotzdem wettbewerbsfähig bleiben können. “Der Mittelstand wird die ökologische Transformation umso erfolgreicher umsetzen, je besser die Politik diese ganzheitlich durchdenkt. Nur so können die Familienunternehmen ihre spezifischen Vorteile wie Flexibilität und Kreativität einbringen, um die gewünschten Ziele zu erreichen. Derzeit gibt es jedoch ein Sammelsurium von unterschiedlichen und nicht aufeinander abgestimmten Maßnahmen: Neben umweltökonomischen Elementen wie dem CO2-Zertifikatehandel gibt es eine Vielzahl an ordnungsrechtlichen Vorgaben, Berichtspflichten und Förderungen”, so Hans-Jürgen Wolter, Leiter der IfM-Studie “Ordnungspolitische Rahmenbedingungen für eine zukunftsorientierte Mittelstandspolitik”. Um die mittelständischen Unternehmen in Deutschland im Zuge des EU Emissions Trading System nicht gegenüber ihren Mitbewerbern in anderen Staaten zu benachteiligen, würden die IfM-Wissenschaftler bspw. empfehlen, die Einnahmen aus der einheitlichen Bepreisung von Treibhausgasemissionen pauschal an alle Unternehmen zurückzugeben, die am jeweiligen Emissionshandel teilnehmen. Alternativ könnten den Marktteilnehmern aber auch CO2-Zertifikate im Rahmen von Emissionshandelssystemen kostenfrei zugeteilt werden. Im Hinblick auf die beabsichtigten Lenkungswirkungen sei es schließlich irrelevant, ob den Unternehmen reale Kosten oder Opportunitätskosten in Form entgangener Gewinne entstünden. Die aktuell für die EU vorgesehene Einführung eines Grenzausgleichsmechanismus sei hingegen aus Mittelstandsperspektive zu kompliziert und bürokratisch. Insgesamt würden es die IfM-Wissenschaftler befürworten, wenn der Zeitraum für die Umsetzung der ökologischen Transformation gestreckt würde, damit die mittelständischen Unternehmen in der Lage seien, alle notwendigen Investitionen umzusetzen. – In der übernächsten BB-Ausgabe finden Sie in diesem Ressort einen Beitrag von Schrimpf-Dörges/zum Felde/Hannen zu den geplanten Änderungen des Greenhouse Gas Protocol und den daraus resultierenden Auswirkungen auf die Treibhausgas-Bilanzierung von Unternehmen.

Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft

BB 2026, 361