Im Blickpunkt
Der globale Markt für Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions – M&A) tritt 2026 gemäß einer PM der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC vom 27.1.2026 in eine neue Phase ein: weniger zyklische Erholung, mehr struktureller Wandel. Getrieben von massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und einer Rückkehr großvolumiger Transaktionen entstünden neue Dynamiken, die den M&A-Markt zunehmend polarisierten. Das zeige der aktuelle Global M&A Industry Trends: 2026 Outlook von PwC. Während das weltweite Transaktionsvolumen weiter gedämpft bleibe, steige der Gesamtwert der Deals deutlich – vor allem durch eine wachsende Zahl von Megadeals mit einem Volumen von mehr als fünf Mrd. US-Dollar. Diese Entwicklung unterstreiche die Herausbildung eines sog. K-förmigen M&A-Markts: Große, gut kapitalisierte Käufer und technologiegetriebene Unternehmen setzten sich zunehmend vom restlichen Markt ab. Künstliche Intelligenz sei dabei kein isoliertes Investitionsthema mehr. Sie beeinflusse strategische Prioritäten, Kapitalallokation – und zunehmend auch die operative Durchführung von Transaktionen. Beschleunigte Deal-Timelines, datenintensivere Due-Diligence-Prozesse und neue Anforderungen an Transparenz veränderten die Grundlagen der M&A-Praxis. Gleichzeitig binde der globale KI-Investitionszyklus kurzfristig erhebliche finanzielle Mittel und könne M&A-Aktivitäten dämpfen. Mittel- bis langfristig dürfte genau dieser Investitionsschub jedoch neue Transaktionsdynamiken auslösen, wenn Unternehmen M&A gezielt nutzten, um Transformation zu beschleunigen und technologische Fähigkeiten zuzukaufen. Für Deal-Maker bedeute 2026 vor allem eines: M&A finde statt, aber selektiv. Erfolgreich seien Unternehmen mit klarer strategischer Agenda, belastbarem Kapitalzugang und der Fähigkeit, neue Technologien auch in den Deal-Prozess selbst zu integrieren. Abwarten werde zunehmend zum Risiko. Die gesamte Studie ist unter www.pwc.com abrufbar. – In dieser Ausgabe beschäftigt sich der Beitrag von Matzen mit (Bilanz-)Betrugsrisiken im M&A-Prozess.
Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft
BB 2026, 296
