Stellenanzeigen mit Hilfe von KI schreiben, Bewerbungen automatisch vorsortieren und künftig sogar Bewerbungsgespräche von einer KI führen lassen – fast jedes achte Unternehmen (12 %) setzt KI im Bewerbungsprozess heute bereits ein, und alle anderen (88 %) können sich dies für die Zukunft vorstellen. Das sind Ergebnisse einer angabegemäß repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 600 Unternehmen ab drei Beschäftigten in Deutschland (PM vom 28.9.2026). “Technisch ist in Bewerbungsverfahren vieles möglich und noch mehr denkbar”, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. “Gerade im hochsensiblen Personalwesen braucht es für den KI-Einsatz klare und verständliche Regeln, an die sich auch alle halten.” Der gesetzliche Rahmen, wie er durch den so genannten AI Act der EU geschaffen wird, lasse aber viele Fragen offen, besonders was den Einsatz von Hochrisiko-KI angeht. Bitkom fordert hier dringende Klarstellungen. Aktuell setzten 9 % der Unternehmen KI ein, um Stellenanzeigen zu erstellen. Fast sechs von zehn Unternehmen (59 %) könnten sich dies vorstellen. Fast die Hälfte (46 %) könne sich zudem vorstellen, Stellenanzeigen auf Basis einer KI-Analyse zielgruppenspezifisch auszuspielen. Bislang machten dies lediglich 3 % der Unternehmen. Für die erste Durchsicht eingehender Bewerbungen setzen nach der Befragung derzeit 6 % der Unternehmen KI ein, 27 % könnten sich dies vorstellen. Auch KI-basierte Kompetenz- oder Potenzialanalysen seien ein Thema: 5 % der Unternehmen nutzen sie nach der Umfrage bereits, mehr als ein Drittel (34 %) könne sich dies vorstellen. Auch im direkten Kontakt mit Bewerberinnen und Bewerbern sähen Unternehmen Potenzial: 2 % ließen Bewerbungsgespräche heute bereits von einer KI führen, 17 %, also jedes sechste Unternehmen, könnten sich dies für die Zukunft vorstellen. “Im Personalwesen besteht hohes Interesse am Einsatz von KI”, so Rohleder. “Was Unternehmen jetzt brauchen, ist vor allem Rechtssicherheit bei der Umsetzung des AI Acts.”
Prof. Dr. Christian Pelke, Ressortleiter Arbeitsrecht

