Das Gründungsgeschehen in Deutschland hat gem. einer PM des ZEW Mannheim vom 26.10.2026 2025 deutlich an Dynamik gewonnen. Nach einer Erhebung des ZEW Mannheim und Creditreform seien rund 183 000 neue Unternehmen gegründet worden. Das seien 7,7 % mehr als im Vorjahr und so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr. Besonders stark falle der Aufschwung bei wachstumsorientierten, innovativen Start-ups aus. Rund 3 100 solcher Unternehmen seien 2025 gegründet worden, 19 % mehr als 2024. Allerdings zeige sich ein zweigeteiltes Bild bei den Einträgen ins Handelsregister. Während vor allem die Anzahl der Gründungen kleiner Unternehmen ohne Handelsregistereintrag zugenommen habe, sei die Zahl der Gründungen mit Handelsregistereintrag um 3,3 % gesunken. Nach dem Einbruch im Jahr 2022 und einer weitgehend stagnierenden Entwicklung bis 2024 habe sich das Start-up-Geschehen 2025 bei wachstumsorientierten Gründungen mit einer Anzahl von 3 100 spürbar erholt. Mehr als 45 % davon, rund 1 400 Unternehmen, gehörten zu den technologieorientierten Dienstleistungen. Dort sei die Zahl der Start-up-Gründungen gegenüber dem Vorjahr sogar um 27 % gestiegen. In der Erhebung zähle eine Gründung dann zu den wachstumsorientierten Start-ups, wenn sie als Kapitalgesellschaft gegründet werde, mehrere Gründer beteiligt seien und das Unternehmen Forschung und Entwicklung betreibe. Auch zwischen den Branchen zeigten sich deutliche Unterschiede. Besonders dynamisch habe sich 2025 das Gastgewerbe entwickelt: Rund 20 000 Unternehmen seien gegründet worden, 20,7 % mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig habe auch die Zahl der Schließungen in dieser Branche deutlich zugenommen. Schwächer falle die Entwicklung im produzierenden Gewerbe aus. Im forschungsintensiven verarbeitenden Gewerbe sei die Zahl der Gründungen um 2,6 % gesunken, im Fahrzeugbau sogar um 8,7 %. Einen Gegenpol bildeten technologieorientierte Dienstleistungen, bei denen die Zahl der Gründungen mit Handelsregistereintrag um 8,5 % zugenommen habe. Insgesamt mahnten die Ergebnisse daher zu einer differenzierten Bewertung des Aufschwungs bei den Unternehmensgründungen.
Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft

