Cyberangriffe, technologische Abhängigkeiten und digitale Störungen zählen zu den größten Herausforderungen für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Das IDW sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf, die digitale Resilienz Deutschlands nachhaltig zu stärken. Zu diesem Ergebnis kommt das neue, unter www.idw.de abrufbare Trendwatch Position Paper „Digitale Resilienz“, das den Auftakt der dreiteiligen Reihe „Wie resilient muss und kann Deutschland sein?“ bildet. Digitale Resilienz beschreibt die Fähigkeit, kritische digitale Systeme und Prozesse auch bei Störungen oder Angriffen aufrechtzuerhalten bzw. schnell wiederherzustellen. Angesichts zunehmender Cyberbedrohungen und fortbestehender technologischer Abhängigkeiten sieht das IDW darin eine wesentliche Voraussetzung für Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität. Deutschland hat – so das IDW weiter – in den vergangenen Jahren wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht, darunter die Umsetzung der NIS-2-Richtlinie, das KRITIS-Dachgesetz sowie verschiedene Initiativen zur Stärkung digitaler Souveränität. Nach Einschätzung des IDW fehlt jedoch weiterhin eine übergreifende Steuerung, um bestehende Aktivitäten wirksam zu koordinieren, zu priorisieren und deren Wirkung systematisch zu überprüfen. Zur Stärkung der digitalen Resilienz empfiehlt das IDW insbesondere eine stärkere Koordination auf Bundesebene, eine beschleunigte Umsetzung bestehender Strategien und Gesetze, mehr Unterstützung für Mittelstand und Verwaltung, eine Fachkräfteoffensive im Bereich Cybersicherheit, eine stärkere Verankerung digitaler Risiken in Unternehmensführung und Aufsicht sowie gezielte Investitionen in souveräne Technologien und europäische Cloud-Infrastrukturen.
(IDW Aktuell vom 30.9.2026)

