a) Erweist sich die von den Parteien in erster Linie gewollte Leistungsbestimmung durch einen Schiedsgutachter als nicht durchführbar, hat das Gericht in entsprechender Anwendung des § 319 Abs. 1 Satz 2 BGB die Leistung selbst – gegebenenfalls mit Hilfe eines Sachverständigen – durch Urteil zu bestimmen (Fortführung von BGH, Urteil vom 11. März 2021 – VII ZR 196/18, BauR 2021, 1183 = NZBau 2021, 316; Urteil vom 4. Juli 2013 – III ZR 52/12, MDR 2013, 1019; Urteil vom 14. Juli 1971 – V ZR 54/70, BGHZ 57, 47).
b) Bedient sich das Gericht hierfür sachverständiger Hilfe, hat es nicht lediglich eine Plausibilitäts- oder Vertretbarkeitsprüfung vorzunehmen, sondern sich – in Auseinandersetzung mit dem Sachverständigengutachten – eine eigene Überzeugung zu bilden und hierbei etwaige Ermessens- und Bewertungsspielräume selbst auszufüllen (Anschluss an BGH, Urteil vom 4. Juli 2013 – III ZR 52/12, MDR 2013, 1019).
BGH, Urteil vom 18.12.2025 – VII ZR 53/23
(Amtliche Leitsätze)

