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BMF: Die wichtigsten Steuern im internationalen Vergleich

Die Abgabenquote in Deutschland – d. h. das Verhältnis der Steuern und Sozialabgaben zum Bruttoinlandsprodukt – lag mit 39,5 Prozent im Jahr 2021 international im oberen Mittelfeld. Bei dem gesamten Steuer- und Abgabenanteil an den Arbeitskosten wies Deutschland mit 47,8 Prozent bei der Besteuerung Alleinstehender ohne Kind den zweithöchsten Wert in der Vergleichsgruppe aus. Der 2022 erhobene Umsatzsteuerregelsatz von 19 Prozent lag im EU-Vergleich im unteren Bereich.

Die tarifliche Besteuerung des Gewinns von Kapitalgesellschaften lag 2022 in Deutschland mit einer leichten Erhöhung von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr insgesamt bei knapp unter 30 Prozent, was den dritthöchsten Wert in der Vergleichsgruppe darstellt. Auch im internationalen Umfeld blieben die Unternehmensteuersätze im Jahr 2022 weitgehend unverändert.

Klug gesetzte steuerpolitische Rahmenbedingungen stärken sowohl Arbeitsanreize als auch die Möglichkeiten von Unternehmen, zu investieren. Dadurch steigt insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- und Investitionsstandorts Deutschland, die Zuwanderung wird für Fachkräfte attraktiver und die nachhaltige Transformation der Wirtschaft wird ermöglicht. Gemeinsam mit einer soliden Finanzpolitik wird damit die wesentliche Grundlage gebildet, um die wirtschaftliche Resilienz zu erhöhen und auch in zukünftigen Krisensituationen in vollem Umfang handlungsfähig zu sein.

Einleitung

Dieser Beitrag bietet einen vergleichenden Überblick zur internationalen Besteuerung. Dabei werden die Beobachtungen aus der neu aufgelegten BMF-Broschüre „Die wichtigsten Steuern im internationalen Vergleich 2022“ zusammengefasst. Die Ländervergleiche erstrecken sich auf die EU-Mitgliedstaaten und einige andere OECD-Mitgliedstaaten (Japan, Kanada, Norwegen, Schweiz, USA und Vereinigtes Königreich). Sie geben grundsätzlich den Rechtsstand zum Ende des Jahres 2022 wieder. Eine Ausnahme bilden die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichten und zuletzt für das Vergleichsjahr 2021 verfügbaren Steuer- und Abgabenquoten. Maßnahmen, die 2023 wirksam wurden oder sein werden, sind noch nicht erfasst. Zur Interpretation der Daten im internationalen Vergleich ist generell anzumerken, dass sich sinnvolle Schlussfolgerungen bei vielen Vergleichen erst aus dem Gesamtkontext ergeben. Dies gilt insbesondere für das Zusammenspiel von nominalen Steuersätzen und unterschiedlich ausgestalteten Bemessungsgrundlagen in den einzelnen Staaten.

(Quelle: BMF, Auszug aus dem Monatsbericht Juli 2023 vom 20.7.2023)