Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) haben am 2.3.2026 ein neues, digitales Tool vorgestellt, das für Unternehmen die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten deutlich vereinfacht. Das Tool basiert auf dem freiwilligen Berichtsstandard für kleine und mittlere Unternehmen „Voluntary Standard for Small and Mediumsized Enterprises“ (VSME). Mit dem Omnibus I-Paket der EU, das die verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) deutlich einschränkt, gewinnt der freiwillige VSME-Standard stark an Bedeutung. Zwar sind viele kleine und mittlere Unternehmen künftig nicht mehr direkt berichtspflichtig, doch bleiben sie weiterhin mit Informationsanfragen von berichtspflichtigen Unternehmen in ihrer Wertschöpfungskette konfrontiert. Dieser sog. „Trickle-Down-Effekt“ kann zu bürokratischen Belastungen führen. Genau hier setzt der VSME-Standard an: Er bietet einen einheitlichen Rahmen und verbindliche Standards und soll künftig als Obergrenze für die Bereitstellung von Nachhaltigkeitsinformationen in Wertschöpfungsketten dienen. Das neue digitale Tool soll Unternehmen in der Anwendung des VSME-Standards bestmöglich unterstützen, um die Erwartungen von Banken, Geschäftspartnern und Kunden zu erfüllen. Unternehmen steht das digitale VSME-Tool ab sofort kostenfrei auf der Plattform des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) zur Verfügung. Es führt die Unternehmen schrittweise durch den Berichtsprozess. Ein interaktiver Assistent bietet Unterstützung in Form von Definitionen, Anwendungshinweisen und praxisnahen Beispielen. Die über die Plattform erstellten VSME-Berichte können zusätzlich einen Plausibilitätscheck durchlaufen. Berichte, die den Plausibilitätscheck absolviert haben, erhalten das DNK-Signet. Darüber hinaus unterstützt das VSME-Tool die Unternehmen dabei, strategische Potenziale zu erschließen. Die Analyse der eigenen Wertschöpfungskette liefert wertvolle Impulse für Veränderungsprozesse, um Geschäftsmodelle resilienter und wettbewerbsfähiger zu gestalten. Im Rahmen von Kredit- oder Versicherungsanträgen verlangen Banken und Versicherungen von Unternehmen individuelle Angaben zu Nachhaltigkeitsinformationen. Derzeit entwickelt der DNK eine Finanzmarktschnittstelle, die den sicheren und standardisierten Transfer von nachhaltigkeitsbezogenen Daten an Finanzinstitute ermöglicht. Grundlage sind die bereits vorhandenen Nachhaltigkeitsinformationen aus der Berichterstattung. Künftig werden Unternehmen ihre Daten nur noch einmal eingeben und diese bei Bedarf an Banken übermitteln. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.deut schernachhaltigkeitskodex.de.
(PM BMWE vom 2.3.2026)

