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Deloitte: Deutsche Unternehmen optimieren mit KI, transformieren aber noch nicht

Neun von zehn Unternehmen in Deutschland, die Künstliche Intelligenz (KI) bereits intensiv einsetzen, rechnen damit, dass die Technologie ihr Geschäftsmodell bis 2028 grundlegend verändern wird. Dennoch konzentrieren sich die meisten derzeit vor allem auf Effizienz- und Produktivitätsgewinne und nicht auf eine umfassende strategische Transformation. Das zeigt die neue Deloitte-Studie „The ROI of AI: The paradox of rising investment and elusive returns“, für die mehr als 1 800 Experten in 14 Ländern befragt wurden. Lediglich 5 % der deutschen Unternehmen nutzen KI bereits gezielt für die strukturelle Weiterentwicklung ihres Geschäfts, etwa durch KI-Agenten. In anderen Märkten liegt dieser Anteil deutlich höher: 13 % in Großbritannien und 11 % in Irland setzen KI für tiefgreifende Transformationen ein. Auch bei den Investitionen positioniert sich Deutschland nur im unteren Mittelfeld. Fast drei Viertel der befragten Unternehmen geben maximal 20 % ihres Technologiebudgets für KI-Projekte aus. Beim Return on Investment liegt Deutschland hingegen im Schnitt: 27 % der Betriebe erzielen eine Amortisation ihrer Ausgaben für typische KI-Anwendungen innerhalb von ein bis zwei Jahren. Spitzenreiter ist Polen mit 33 %. Ein wesentlicher Engpass für den breiten KI-Einsatz in Deutschland ist die organisatorische Verankerung: In 33 % der Unternehmen liegt die Verantwortung für KI beim IT-Leiter oder Chief Information Officer (CIO), deutlich mehr als im internationalen Schnitt (23 %). Nur 2 % siedeln KI auf der CEO-Ebene an. Das ist der niedrigste Wert aller betrachteten Märkte (Durchschnitt: 10 %).

„Die starke Fokussierung auf die IT verschiebt die Prioritäten hin zur technischen Skalierung statt zur Neugestaltung von Geschäftsprozessen“, erklärt Dr. Björn Bringmann, Managing Director des Deloitte AI Institute. „Transformative Wirkung entsteht erst, wenn das Top Management KI unternehmensweit steuert, mit klarer Verantwortung auf CEO- und Vorstandsebene.“ Auch beim Thema Kompetenzen zeigt sich eine Lücke: 35 % der deutschen Befragten sehen fehlende Fachkräfte als großes Hindernis (international: 29 %). Gleichzeitig bieten 19 % der Unternehmen gar keine KI-Schulungen an – ebenfalls mehr als im Durchschnitt (15 %). „Um das volle Potenzial von KI auszuschöpfen, müssen deutsche Unternehmen über inkrementelle Use Cases hinausgehen und KI als Motor für Innovation begreifen“, so Bringmann. „Dafür braucht es gezielte Investitionen, stärkere Governance-Strukturen und ein klares Verständnis im Top-Management, wie KI Geschäftsmodelle, Prozesse und Entscheidungslogiken verändert.“

(PM Deloitte vom 20.3.2026)