BdSt: So schnell sind unsere Finanzämter wirklich

Unser großer Tempo-Check zeigt: Hessen top, Bremen floppt

Viele Bundesländer arbeiten inzwischen deutlich digitaler und effizienter. Dennoch dauerte die Bearbeitung der Steuererklärungen in den meisten Ländern 2025 wieder etwas länger. Nicht so in Hessen. Das Bundesland schiebt sich im aktuellen BdSt-Ranking „So lange warten Sie auf Ihren Steuerbescheid“ 2025 (für das Veranlagungsjahr 2024) an die Spitze und verdrängt Berlin von seinem langjährigen Platz 1. Konkret: Während die hessischen Finanzämter im Durchschnitt nur gut 41 Tage für die Bearbeitung benötigten, landete Berlin knapp dahinter auf Platz 2. Sachsen machte den größten Sprung nach vorn und verbesserte sich gleich um mehrere Plätze. Ganz am Ende der Tabelle liegen erneut das Saarland und schließlich Bremen. Dennoch zeigt sich insgesamt ein positiver Trend: Immer weniger Bundesländer brauchen länger als 50 Tage für einen Steuerbescheid.

Die Finanzämter werden digitaler

Immer mehr Steuererklärungen werden inzwischen vollautomatisch bearbeitet – das sind die „Autofälle“. Das bedeutet: keine lange manuelle Prüfung mehr, sondern ein Steuerbescheid innerhalb weniger Tage. Teilweise landen Bescheide schon nach 10 bis 14 Tagen im Briefkasten oder digital im ELSTER-Postfach. Die „Autofall-Quote“ steigt deshalb seit Jahren kontinuierlich an: Fast jede vierte Steuererklärung wird inzwischen automatisiert bearbeitet. Einige Bundesländer liegen sogar deutlich darüber. Nordrhein-Westfalen testet bereits künstliche Intelligenz (KI) im Risikomanagement der Finanzämter. Die Idee dahinter klingt smart: KI soll einfache und unproblematische Fälle schneller erkennen, damit Mitarbeiter mehr Zeit für komplizierte Steuerfälle haben. Laut NRW sinkt dadurch die Zahl unnötiger Prüfungen deutlich.

Steuererklärung per Klick

Auch für Steuerzahler selbst wird vieles einfacher. Ab Juli 2026 soll die „Steuererklärung per Klick“ starten. Bestimmte Arbeitnehmer und Rentner bekommen dann eine bereits vorausgefüllte Steuererklärung direkt über die App „MeinELSTER+“. Prüfen, bestätigen, absenden – fertig. Hessen geht sogar noch weiter und testete bereits eine sogenannte Amtsveranlagung. Bürger erhalten dabei direkt einen fertigen Vorschlag für ihren Steuerbescheid und müssen nur noch reagieren, wenn etwas nicht stimmt.

Warum es trotzdem manchmal länger dauert

Dennoch stoßen die Finanzämter weiter an Grenzen. Immer mehr Menschen müssen eine Steuererklärung abgeben – etwa wegen steigender Renten oder zusätzlicher Einkünfte. Gleichzeitig werden noch viele Erklärungen in Papierform eingereicht. Und dies kostet Zeit: Daten müssen eingescannt, übertragen und geprüft werden. Viele Bundesländer wünschen sich deshalb einfachere Regeln im Steuerrecht und mehr Pauschalen statt komplizierter Einzelnachweise. Denn: Je einfacher die Erklärung, desto schneller kann sie bearbeitet werden.

Der wichtigste Tipp für Steuerzahler

Wer seinen Steuerbescheid möglichst schnell erhalten möchte, sollte die Erklärung früh im Jahr abgeben – idealerweise im Frühjahr. Denn grundsätzlich gilt weiterhin: Die Finanzämter arbeiten die Erklärungen nach Eingang ab. Wer spät dran ist, landet automatisch weiter hinten in der Warteschlange.

  • Unterm Strich zeigt der aktuelle Tempo-Check: Deutschlands Finanzämter sind mitten im Modernisierungsprozess. KI, digitale Steuererklärungen und automatisierte Bearbeitung sorgen bereits heute dafür, dass viele Steuerzahler schneller zu ihrem Bescheid kommen. Den Check erhalten Sie kostenfrei unter presse(at)steuerzahler.de

Top News 3.6.2026